Domostroi – russischer Gesetzeskodex aus dem 15. Jh.

Der Domostroi, auch Domostroj (übersetzt = Hausvater), ist eine Ansammlung von russischen Normen und Verhaltensregeln, die laut Historikern im 15. Jahrhundert entstanden und bis ins 19. Jahrhundert Anwendung fanden. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde das Werk auf Geheiß von Iwan dem Schrecklichen noch einmal überarbeitet.




Zweite Fassung des Domostroi / Domostroj

Die zweite von Iwan dem Schrecklichen geprägte Fassung des Domostroi ist bis heute erhalten. Es wurde bewusst eine lebhafte und verständliche Sprache gewählt, um weite Kreise der Gesellschaft zu erreichen. Noch heute gibt es einige Menschen in Russland, Weißrussland und der Ukraine, die den im Domostroi enthaltenen Regeln etwas abgewinnen können.

Anleitung für eine ideale christlich-patriarchalische Lebensweise

Der Domostroi nahm sowohl eine moralisierende als auch eine disziplinierende Funktion ein. Vor allem sollte er eine konkrete Anleitung für eine ideale christlich-patriarchalische Lebensweise sein. Auch wurde die höhere Stellung des Mannes gegenüber der Frau hervorgehoben. Der Domostroi gab dem Ehemann oder auch dem Vater durchaus das Recht, Ehefrau und Kinder zu züchtigen. Es gibt authentische Berichte darüber, dass von diesem „Recht“ des Mannes durchaus Gebrauch gemacht wurde und russische Frauen körperlich gezüchtigt wurden.

Du möchtest einen Beitrag zum Thema “Domostroi – russischer Gesetzeskodex aus dem 15. Jahrhundert” verfassen? Dann nutze doch einfach unsere Kommentarfunktion und teile uns deine persönliche Meinung mit!

Ein Gedanke zu „Domostroi – russischer Gesetzeskodex aus dem 15. Jh.

  1. beatrix kiddo

    Leider gibt es immer noch viel zu viele unterbelichtete Männer, die es nicht begriffen haben, dass Frauen emanzipiert und gleichberechtigt sind. Viele Regeln im Domostroi sollte man einfach nur in die Tonne treten!

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.